Fantasy Film Fest 2014: Suburban Gothic – Hipster auf Geisterjagd

Schon wieder ist ein Jahr ‘rum und das Fantasy Film Fest tourt in Deutschland. Da ich letztes Jahr nur die Fantasy Film Fest Nights im Frühjahr mitmachen konnte, freute ich mich um so mehr einen großen Teil meiner Freizeit einmal wieder im Kino zu verbringen.

Da die Titel der Opening Night mich nicht so wahnsinnig überzeugt hatten, ging es für mich diesmal verspätet los mit der Horrorkomödie SUBURBAN GOTHIC.

I’m literally on the verge to move back in with my parents and I don’t want to do  that.

Raymond hat es nicht leicht. Nachdem er als pummliger Teenager endlich seiner biederen Familie und dem kleinbürgerlichen Umfeld, in dem er ständig  nur gemobbt wurde, verlassen und auf dem College ein neues Leben anfangen konnte, zwingt ihn nun die Arbeitslosigkeit zur Rückkehr. Was in der großen Stadt hip und schick ist, lässt ihn nun erst recht als Sonderling herausstechen und trägt zur Demütigung, wieder im Kinderzimmer bei Mama und Papa zu wohnen, bei. Dazu kommen noch die seltsamen Visionen von Geistern und Toten, die ihn schon als Kind plagten.

Es spukt in Raymonds Elternhaus, das wird ihm sehr bald klar, und zusammen mit Gothic Girl und Barbesitzerin Becca geht er der Sache auf den Grund. Sehr zum Missfallen seines erzkonservativen Vaters, der seinen Sohn ohnehin nicht leiden kann und bei jeder Gelegenheit herunterputzt. Doch wenn Raymond dem bösen Geist nicht dabei hilft, zu Ruhe zu kommen, ist das Leben seiner Familie in Gefahr. Viele Hürden und peinliche Situation gilt es nun zu überwinden, damit der Geist endlich Frieden mit sich findet – und Raymond selbst auch.

SUBURBAN GOTHIC lebt von seiner Besetzung. Es sind vor allem Schauspieler aus bekannten US-Serien, wie Matthew Gray Gubler, den viele als nerdigen Profiler aus der Serie CRIMINAL MINDS kennen. Hier spielt er einen wunderbar klischeefreien Großstadt-Hipster, der auch in der Kleinstadt Halstüchlein und lila Overall trägt, ohne sich darum zu scheren, was die anderen davon denken (“No, I’m not gay, but I take it as a compliment”).  Die besten Dialoge liefert er sich mit Ray Wise, dessen Gesicht so mancher vielleicht noch aus TWIN PEAKS aber wohl eher zuletzt als Robins Vater in HOW I MET YOUR MOTHER in Erinnerung haben. Er gibt Raymonds Vater Donald, einen durch und durch unsympathischen, engstirnigen Vorstadtbiedermann im Trainingsanzug, den niemand, aber nun auch wirklich niemand leiden kann. BROKE GIRL Kat Denning ist Raymonds genervter Sidekick wider Willen, die auch gerne mal zuschlägt, wenn es ihr zu viel ist.

Die Horrorkomponente ist eher Beiwerk, die vor allem schräge Situationskomik hervorruft aber tatsächlich auch den ein oder anderen gruseligen Moment bietet. Hier hätte man sich allerdings die ziemlich billigen Special Effects lieber gespart – so richtig schaurig wird es vor allen in den Szenen, in denen man nur mit Licht, Schatten und Makeup gearbeitet hat.

Eine bis zum Schluss amüsante Komödie mit Charakteren zum Lieben und zum Hassen mit ein paar klassischen Poltergeist-Komponenten. Der Trailer ist mit einer kurzen Einblendung, die erst ganz am Schluss des Filmes kommt, allerdings ein bisschen irreführend.

8/10 Geisterkinder

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