Fantasy Filmfest 2014: Coherence – Was wäre wenn

“We don’t even belong here.”

COHERENCE ist einer der Filme über die man erst etwas lesen sollte, wenn man ihn gesehen hat, daher hier eine sehr vorsichtige Zusammenfassung.

Acht Freunde treffen sich zu einem gemütlichen Abend bei Wein und gutem Essen. Die üblichen kleinen Verstrickungen und Dramen ganz normaler Menschen werden mit an den Tisch gebracht – stagnierende Karrieren, Eifersucht, zerbrochene Beziehungen, all das, was passiert, wenn man sich in einer Gruppe lange Jahre kennt. (Ganz großartig: Nicholas Brendon spielt sich als Ex-Serienstar in einer übertriebenen Version selbst und bringt denselben Charme und Situationswitz mit wie zu den besten BUFFY-Zeiten).

In dieser Nacht zieht ein großer Komet über die Erde und kleinere Auswirkungen bekommen die Acht zu spüren – Gläser zerbrechen, Handys gehen kaputt und plötzlich fällt der Strom aus. Auf der ganzen Straße hat nur ein Haus Licht und zwei der Männer laufen hinüber, um zu telefonieren. Als sie zurückkehren, weigern sie sich zunächst zu erzählen, was sie gesehen haben und halten eine Kiste in der Hand. In der befinden sich numerierte Fotos aller Anwesenden. Und es wird immer noch seltsamer.

Was genau geschieht, findet der Zuschauer nur langsam heraus und wenn er es versteht, wünscht man sich zurückzuspulen, um die verschiedenen Ebenen, die der Film Stück für Stück aufeinanderschichtet nachvollziehen zu können.

COHERENCE ist ein Film, der sacken muss. Direkt nach dem Kinobesuch hätte ich ihm noch gut drei Punkte weniger gegeben. Aber je mehr ich über ihn nachdachte und auch las (er wurde innerhalb einer Woche im Wohnzimmer des Regisseurs gedreht und ist fast völlig frei improvisiert), desto besser fand ich ihn. Man muss sich auf ihn einlassen und bereit für Gedankenspiele zu sein, die einem den Kopf manchmal ganz schön rauchen lassen.

Das Einzige, was mich extrem gestört hat, war die Kameraführung. Regisseur James Ward Byrkit, bekannt als Autor von RANGO, hatte kein Budget und sparte sich daher das Kamerateam. Das ist ja schön und gut, aber er hätte weniger am Fokus herumdrehen sollen. Der ständige Einsatz von extremer Schärfentiefe machte mir besonders am Anfang des Filmes, als ich noch nicht wusste, wohin die Reise gehen soll, regelrecht Kopfschmerzen.

Ein Film, der auf mehreren Leveln unterhält und zum Nachdenken anregt. Ich stelle ihn gewagt auf dasselbe Niveau mit MEMENTO, indem ich behaupte, dass man für das volle Filmerlebnis vorher so wenig darüber wissen und ihn direkt danach noch einmal sehen sollte.

9/10 Leuchtstäbe

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