Fantasy Filmfest 2014: The Canal – Vatersorgen

Für mich ist das Fantasy Filmfest 2014 aus Termingründen schon wieder vorbei, aber ein paar Rezensionen bin ich euch ja noch schuldig.

Fangen wir an mit THE CANAL, einem irländischen Horrorfilm von Regisseur Ivan Kavanagh.

“There is something back in the room with you”

Eigentlich hat der Filmarchivist David ein tolles Leben: er ist glücklich verheiratet mit einer wunderschönen Frau, zusammen haben sie einen kleiner Sohn und leben im idyllischen Eigenheim in einer ruhigen Stadt am Kanalufer. Doch Alice kommt abends immer später nach Hause und bei der Durchsicht von altem Filmmaterial entdeckt David, dass schreckliche Dinge in seinem Haus geschehen sind. Dann verschwindet Alice, nachdem David sie  beim Fremdgehen beobachtet. Er ist sich sicher, dass die böse Präsenz, die er hinter den Wänden hört und auch immer wieder auf Film sieht, dafür verantwortlich ist. Aber niemand glaubt ihm und so ist er bald auf sich alleine gestellt, sich und seinen Sohn vor dem vermeintlichen Dämon zu schützen.

Ist der Protagonist nun einfach verrückt oder hat das Übernatürliche wirklich die Hand im Spiel – ein Thema, so alt wie das Horrorgenre. THE CANAL schafft es tatsächlich, bis zum bitteren Ende sowohl den Zuschauer als auch seinen Protagonisten im Unklaren zu lassen, was hier geschieht. Die bedrückende Atmosphäre des Films war durchgehend spürbar, im Saal herrschte Totenstille, was beim verwöhnten Fantasy Filmfest-Publikum nicht unbedingt selbstverständlich ist. Szenenaufbau, Bildkomposition und Soundtrack wurden so gewählt, dass man sich auch in ruhigen Momenten nie so wirklich ganz wohl fühlen konnte. Die Schockeffekte waren gut gesetzt und wirkten nur am Schluss ein bisschen übertrieben, so dass der Film zwar nicht unbedingt das Genre neu erfindet, aber von mir eine klare Empfehlung erhält.

Ein wenig mehr in die Tiefe hätte es hier und da ruhig gehen können, aber das sind reine Schönheitsfehler. Besonders gefallen hat mir auch das nüchterne Ende, das gleichzeitig final ist und dennoch alles offen lässt. Ein Horrorfilm, der den Namen auch verdient hat – in jeglicher Hinsicht. Auch die Besetzung lässt keine Wünsche offen, insbesondere der kleine Calum Heath verdient einen Orden für “Bester nicht ständig nervender Junge in einem Horrorfilm”. Ein bekanntes Gesicht ist Antonia Campell-Hughes, die ich zuletzt in der Verfilmung von Natascha Kampuschs Biografie “3096 Tage” in der Hauptrolle bewundert habe.

9/10 Filmrollen

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