what if

Auf Twitter folge ich seit neuestem einigen Bloggerinnen, die nicht nur meine TL sehr bereichern, sondern sehr viel aktiver bloggen, als ich (was nicht besonders schwierig ist, ahem). Derzeit geht ein Blogstöckchen/Blogparade zum Thema “was wäre wenn du alleinerziehend wärst”. herum, was ich als Anlass nehme, dieses schlimm vernachlässigte Blog zu füllen.

Ich habe versucht, die hypothetischen Fragen mit dem größtmöglichen Respekt zu behandeln. Für mich ist das nur ein Gedankenspiel und ich habe natürlich keine Ahnung, was im Fall der Fälle wirklich auf mich zukäme. Höchstwahrscheinlich sind dies also nur völlig unrealistische Vorstellungen.

1. Wie war Deine Vorstellung von Familie vor Familie? Wieviel ist wahr? Was ist komplett anders geworden?
Ich hatte keine Vorstellung. Für mich war Familie etwas, was passiert oder auch nicht. Ich war mir lange nicht mal sicher, ob ich das überhaupt möchte und habe vermieden, darüber nachzudenken. Ganz früher (TM) habe ich mir das so vorgestellt, wie es bei uns zuhause war, verheiratet (check), zwei Kinder (eins) und wohl auch mit Haus und Garten und den Eltern, die nachmittags zu Hause sind. Wohnung in der Vorstadt mit Nachmittagsbetreuung finde ich aber weder nachteiliger noch weniger wert.

2. Wie ist das Familien- und Arbeitsleben bei Dir aufgeteilt? Wer leistet wieviel in welchem Bereich: Haushalt, Kinder (Begleitung / Bringen zu Aktivitäten, Arztbesuche etc), technische Aufgaben (Auto, Reparaturen), Kochen?

Die Verantwortungslast 50:50 zu teilen hat etwas gedauert, aber ich würde sagen, dass wir es inzwischen ganz gut hinbekommen. Erledigungen sind eine rein logistische Sache, es ist klar, dass  der/diejenige mit dem Halb- oder Dreivierteljob etwas mehr Zeit auf den Haushalt aufwendet, als der/die mit Vollzeit. Selbiges gilt für Bringen und Abholen, Termine am Nachmittag wahrnehmen usw. Eine lange Zeit war er derjenige, jetzt bin ich es wieder, das hat den großen Vorteil, dass die Routinen bei beiden sitzen. Von Frühstücksboxpacken bis zum Arzttermin gibt es nichts, wo hilflose Anrufe beim jeweils anderen nötig wären.

Es war einmal so, dass ich mehr organisiert habe, weil ich das angeblich besser konnte, aber als mein Mann dann eine Laufbahn im Projektmanagement einschlug, fiel mir dann auch mal auf, dass er so schlecht organisieren wohl doch nicht kann. Inzwischen benutzen wir geteilte Kalender auf Google. Kochen, Wäsche, Putzen usw. wird so erledigt, wie es anfällt. Das einzige, was ich meistens alleine erledige, sind die Pflichten rund um die Haustiere, denn die waren komplett meine Idee. Das ist auch der einzige Bereich, bei dem ich die Vokabel “Hilfe” noch benutze (und sie natürlich auch bekomme, wenn nötig). Und alles um’s Auto macht er, weil es auch auf ihn läuft und er marginal mehr Interesse daran hat, als ich.

3. Entspricht das aktuelle Familienleben Deiner „Wunschvorstellung“?
Ich habe erst herausgefunden, was die eigentlich sind, inzwischen würde ich sagen, ja, aber es war doch ein teils holpriger Weg dorthin.

4. Ab wann würdest Du Dich „alleinerziehend“ bezeichnen?
Ab dem Punkt, wo ich dauerhaft und auf unabsehbare Zeit auf keinerlei Unterstützung  im Alltag seitens meines Partners mehr zugreifen könnte.

5. Zu Zweit schafft man mehr, und es bleibt – im besten Fall – auch mehr Zeit für einen selbst übrig: Was würdest Du als erstes streichen (müssen), wenn als Single-Elter die Zeit nicht mehr reicht? Wo wärst Du am ehesten bereit Abstriche zu machen?
Ich denke, alles, wo ich mehr als einen Tag außer Haus bin, würde wegfallen und viele, wenn nicht alle Aktivitäten, wo ich abends nicht hier in der Wohnung bin (singen, Kino usw.). Ich weiß, dass ich Singen als seelenhygienische Maßnahme brauche und wäre wohl bereit auf den Rest zu verzichten, wenn ich dies weiter erhalten könnte.

6. Müsstest Du als Single-Elter Abstriche beim Job machen (z.B. wegen Kinderbetreuung)?
Nur bei Krankheitsfall, ansonsten so, wie es sich im Moment eingespielt hat, nicht. Noch vor einem Jahr hätte das anders ausgesehen. Inzwischen habe ich auch ein gutes lokales Netzwerk geknüpft, das einspringt, wenn ich wegen eines Zwischenfalls nicht pünktlich abholen könnte.

7. Wo werden die Kinder im Fall einer Trennung bleiben? Mutter oder Vater? Welches Modell (Wechsel, Nest, Ferien) wünschst Du Dir?
Unser favorisiertes Modell ist wohl eine Art WG zu gründen, wenn das die emotionale Lage zulässt, oder in sehr nahen Wohnungen, ggfs im selben Haus, zu leben. Mein Kind nur am Wochenende zu sehen wäre für mich eher denkbar, als für den Vater, aber vermeiden würde ich das auch gerne. Ich musste “Nest” googeln, das kannte ich auch nicht. Wenn das finanziell zu stemmen wäre, eine gute Lösung für uns.

8. Wie würde sich das Alleinerziehend sein auf die Finanzen auswirken? Hast du Angst, finanziell „abzurutschen“ als Single-Elter?
Es wäre sehr weniger Geld als jetzt, aber nicht sehr viel weniger als noch vor einiger Zeit, ich würde also klarkommen.

9. Was ist mit Kindesunterhalt? Würdest Du anstandslos zahlen bzw. würde es anstandslos gezahlt?
Wenn der zahlungspflichtige Elter nicht zahlt: Gang zum JA für Unterhaltsvorauszahlung?
Ja. Und ja. Und ja. In unserem Fall müsste schon sehr vieles im Argen liegen dafür.

10. Vorausgesetzt ihr seid verheiratet: Würdest Du Trennungsunterhalt verlangen/ zahlen?
Da müsste ich mich mal informieren, was das überhaupt bedeutet.

11. Müsstet ihr umziehen?
Einer müsste ausziehen, denn die Wohnung ist zu klein, um als getrenntes Paar hier zu leben. Da die Tiere leider auch recht viel Platz brauchen, wäre es wohl einfacher, er zieht aus (sorry), oder dass wir diese Nestlösung schaffen – bei den Mietpreisen in der Gegend allerdings eher utopisch.

12. Was glaubst Du, wie schnell schafft Ihr es, von der Paar-Ebene auf die reine Eltern-Ebene zu wechseln? Wie gut würde es Dir gelingen und wie gut Deiner*m Partner*in?
Das kann ich nicht sagen. Ich hoffe einfach, dass wir es nicht ausprobieren müssen.

13. Sorgerecht ist ja – sofern nicht Schlimmes vorgefallen ist – unkritisch, also nicht wirklich verhandelbar. Wie würdest Du das umgangsrecht regeln wollen: Vereinbarung unter Eltern, in Absprache mit dem JA, in Absprache mit einem Anwalt, gerichtlich?
Im Bestfall Vereinbarung unter uns. Ich würde jetzt behaupten, ein Anwalt wäre umnötig , aber man kann ja nie etwas ausschließen.

14. Würdest Du das alleinige Sorgerecht wollen, wenn die Kinder bei Dir bleiben? Würdest Du es dem anderen Elter „zugestehen“? (sehr hypothetische Frage)
Nein, das würde ich nicht wollen, es sei denn, es wäre etwas so Schlimmes geschehen, dass es seine Kompetenz als Vater in Frage stellt.

15. Weißt Du, was eine Sorgerechtsvollmacht ist?
Ja, aber wir haben uns noch nicht darum gekümmert – das wird jetzt Zeit, besten Dank für die Erinnerung.

16. Was sind generell Deine größten Ängste hinsichtlich des Ein-Elter-Daseins (z.B. finanziell/ Job), organisatorisch, bzgl. der Kinder, Selfcare)?
Soziale Isolation und emotionaler Kontrollverlust. Als Alleinerziehende wäre ich definitiv überfordert und darunter würde das Kind früher oder später leiden.

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